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Wer die Schwebebahn mag,
wird die Seilbahn lieben.

25.01.2017

Eine Bundesgartenschau in Wuppertal, wie befördern wir die Gäste ?

Der jüngste Vorschlag, dass sich Wuppertal um die Ausrichtung einer Bundesgartenschau bewerbens sollte, hat eine große Resonanz erfahren. Wir hatten bereits erfreut festgestellt, dass Bundesgartenschauen in anderen Städten auch mit Seilbahnprojekten verbunden sind, die entweder der An- und Abreise der Besucher(innen) (Koblenz) oder (auch) der Binnenerschließung des Ausstellungsgeländes (Berlin) dienen. Konkrete Vorschläge haben wir aber bislang nicht erarbeitet, weil die Auswahl des einen oder mehrerer Gelände für die BUGA noch aussteht. Dankenswerterweise kommt uns jetzt Herr Dipl.Ing. Jürgen Latzel mit einem Vorschlag für den Fall zu Hilfe, dass die BUGA dezentral verteilt über das Stadtgebiet stattfinden soll.

 

Sein Konzept sieht zusätzlich zu "unserer" Verbindung Hbf-Uni-SSZ Süd ein "Seilbahn-Dreieck" mit den Eckpunkten Hauptbahnhof, Hardt und Briller Kreuz vgl. Skizze  vor. Die Auswahl dieser Version begründet Herr Latzel wie folgt:

 

"Als dezentrales BUGA Konzept könnte man die Hardt, das Wupperufer , neu herzurichtende kleinere Garten-Zonen mit Themenschwerpunkten entlang der Nordbahntrasse und ein neu zu schaffendes BUGA-Gebiet auf den Südhöhen vernetzen und jeweils mit dem Thema Seilbahn, Schebebahn und Elektromobilität (ggfs. autonomes Fahren) verbinden. Auch könnte man durch diese Vernetzung bereits bestehende historische Wuppertaler Gartenzonen und ggfs.das Burgholz - Arboretum, das größte Anbaugebiet fremdländischer Baumarten in Deutschland - einbeziehen.

Nordbahntrasse, Luisenviertel, Hardt, Waldbühne würden angebunden und so wäre die Seilbahn neben den Studenten und Einwohnern zusätzlich noch für Touristen attraktiv.

Das Einzugsgebiet vergrößert sich enorm und auf der Nordbahntrasse könnte man zusätzlich kleine Elektro- oder Fahrradshuttle mit z.B. 5-6 Sitzplätzen als Zubringer zur Seilbahnstation betreiben. 

Die viele Km lange Nordbahntrasse wäre so m.E. komplett ins Seilbahngeflecht einbezogen. Die Verbindung von der Nordbahntrasse zum beliebten Kneipenviertel Luisenstraße würde verbessert.

Der derzeitigen Angst, dass durch das Outlet Center und den neuen Döppersberg der nördliche Stadtbereich verkümmern könnte, wird entgegengewirkt.

Die Seilbahn wird, weil sie die B7 überquert, auch von durchfahrenden "Touristen" wahrgenommen werden."

Aus unserer Sicht muss, wenn die BUGA-Pläne weiter verfolgt werden auch  das Konzept von Herrn Latzel auf jeden Fall in die Planung einbezogen werden.

Nach Rücksprache mit ihm hätten wir jedoch noch folgende kleinere Anmerkungen und Änderungsvorschläge:

1) Die Verbindung Hbf-Nordstadt-(Briller Kreuz) war in der Diskussion um die Seilbahn  schon mehrfach auch von anderer Seite angeregt worden. Wir würden allerdings den Haltepunkt Luisenviertel gerne nach "oben" auf den Ölberg verlegen (Schusterplatz / Marienstraße). Das Luisenviertel ist aus der Stadt gut zu Fuß zu erreichen, dagegen wäre die Verbindung vom Siedlungsschwerpunkt Ölberg mit 2-3 Min. Fahrzeit zum Hbf hochattraktiv! Die Verlängerung zum Briller Kreuz ergibt ebenfalls einen hohen Verkehrswert, wenn dort entsprechend der Planung zum Schulzentrum Süd ein multimodaler Verknüpfungspunkt entsteht (P+R, Nordbahntrasse, Buslinien, Quartierserschließungen...)

2) Die beiden Verbindungen zur Hardt wären, wenn die BUGA tatsächlich kommt, als temporäre Lösung auf jeden Fall leistungsfähig und auch sinnvoll. Am Briller Kreuz müsste dann ein zentrales Parkhaus für die mit dem IV anreisenden Gäste der BUGA vorgesehen werden.

Unabhängig von einer möglichen BUGA plant gerade der Verein "Neue Ufer" eine "kleine Aufstiegshilfe", gleich welcher Art, vom Hardtufer aus, die aber für eine BUGA evtl. nicht leistungsfähig genug wäre.

 

3) Allerdings werden alle 3 Trassen über dicht bebautes Gebiet geführt. Auch bei (mutmaßlich) größerer Akzeptanz in der Nordstadt gilt es dann immer noch, geeignete Standorte für die Stützen zu finden. Zudem bestünde keine Rechtsgrundlage für die Zuweisung von Wegerechten über die Grundstücke, wenn die Seilbahnen nur als BUGA-Bahn und nicht auf Dauer im ÖPNV genutzt werden sollen. Daher müssten auch die Bahnen zur Hardt weiter betrieben werden. Ein wirtschaftlicher Betrieb auf Dauer setzt allerdings voraus, dass das Fahrgastaufkommen zur Hardt auch für die Zeit nach der BUGA gesteigert werden kann, d.h. die Freizeit-(oder auch Wohnnutzung ?) müsste intensiviert werden. Zusätzlich schlägt Herr Latzel daher ergänzend eine weitere Zwischenstation Ostersbaum/Platz der Republik vor, ein weiterer dicht bebauter Siedlungsschwerpunkt.

Ergebnis also: Seilbahnen können auch an zahlreichen anderen Stellen in unserer Stadt für eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrsverhältnisse sorgen. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit - und damit auch für das Recht Privatgrundstücke zu überqueren- ist die sorgfältige Auswahl von nachfragestarken Punkt-zu-Punkt- Verbindungen, wobei die Nachfrage auch durch ergänzende städteplanerische Maßnahmen zusätzlich angeregt werden kann. So hatte z.B. das Bürgergutachten den Bau von Studentenwohnheimen am Schulzentrum Süd vorgeschlagen.

 

 


Kommentare (1)

  1. Florian Hahn am 25.01.2017
    Platz der Republik hatte ich auch schon überlegt als Endpunkt der jetzt geplanten Seilbahn, anstatt diese am HBF enden zu lassen. Das Gebiet ist durch den ÖPNV unterversorgt, da durch die engen Straßen kein Bus geführt wird, nur die Linie 623 tangiert das Gebiet randlich. Hier würde echter Mehrwert entstehen und das Gebiet auch deutlich aufgewertet.

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