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Wer die Schwebebahn mag,
wird die Seilbahn lieben.

06.04.2017

Prüfung bestanden !

Nach erster Durchsicht der Beschlussvorlage, der Nutzen-Kosten-Rechnung sowie Risikobewertung ergeben sich für Pro-Seilbahn-Wuppertal e.V. folgende Schlussfolgerungen und Anmerkungen:

1)      Das Seilbahnprojekt hat nunmehr alle Teilschritte des umfangreichen Rechtfertigungs-Procederes deutlich bestanden !!!

2)      Der für die gewählte Variante 2 ermittelte Nutzen-Kosten-Indikator von 1,8 stellt einen für ÖPNV-Projekte hervorragenden Wert dar.

3)      Gegen die Richtigkeit der Nutzen-Kosten-Rechnung des Büros Spiekermann und die Risikobewertung durch die WSW werden keine wesentlichen Bedenken erhoben.

4)      Das Auslastungsverhältnis der beiden Streckenabschnitte liegt bei etwa 2:1, wobei auf dem Südabschnitt in der Spitzenstunde max. 1.500 Personen  befördert werden sollen (PGV Köln v.16.11.2016). Dies wäre auch mit der halben Taktung (60 Sek.) zu leisten, so dass im Betrieb jede 2. Kabine als Kurzläufer an der Universität wendet, und die Anzahl der Kabinen somit von 44 auf 32 reduziert und damit Infrastrukturkosten in Höhe von 2,58 Mio.-€ eingespart werden können.

5)      Dagegen erscheint uns der Ansatz von 1,6 Mio.-€ für Grundstücke/Dienstbarkeiten eher knapp kalkuliert, da Entschädigungssätze für Wegerechte zur Überquerung von Grundstücken mit einer Seilbahn bislang nicht existieren, und zudem an einigen Stellen der Strecke wohl Kompletterwerbe einzelner Wohnhäuser anstehen.

6)      Langsameres Fahren außerhalb der Hauptverkehrszeiten ist nicht zu empfehlen, weil hierdurch Anschlüsse gefährdet werden. Ein wesentlicher Systemvorteil der Seilbahn, die sekundengenau planbare Fahrzeit ginge damit verloren.

7)      Die Notwendigkeit einer eigenständigen hochwertigen Pflasterung der Talstation ist nicht erkennbar, wenn das Umfeld im Zuge des Döppersberg-Umbaus ohnehin neu gepflastert wird. Die dort gewählten Elemente sollten dann auch für die Seilbahn verwendet werden.

8)      Die vorgeschlagenen Leistungskürzungen im Busverkehr stellen eine deutliche Überkompensation des durch die Seilbahn verursachten Mehraufwandes in Höhe von 370.000.-€ dar und übertreffen damit die bisherige Forderung nach bloßer Kostenneutralität.

9)      Dieses neuerliche Einsparpaket ist ebenso wie das Vorgängerpaket aus 2012 nur teilweise verkehrlich begründbar, im wesentlichen wird hier ein monetäres Einsparziel (=x Bus-Km) verfolgt und auf das bestehende Leistungsangebot ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Nachfrage herunter gebrochen. Auch wir sind der Auffassung, dass hier mit „Rebound“-Effekten d.h. Rückabwanderungen zum Pkw in den nicht von der Seilbahn bedienten Bereichen zu rechnen ist.

10)   Ein Standard-Takt von nur noch 30 Min. ist nicht mehr großstadtgerecht, die Bewertung des Wuppertaler ÖPNV als „besonders dichtes und hochwertiges Nahverkehrsangebot“ welches im VRR die höchste Preisstufe A3 begründet, wäre dann keinesfalls mehr zu halten. Es drohen somit weitere massive Einnahmeverluste, welche die erwünschten Einsparungen im wesentlichen aufzehren werden.

11)   An dieser Stelle vermissen wir stattdessen alternative Einsparvorschläge z.B. durch ein umfassendes Beschleunigungsprogramm für den Busverkehr insgesamt.

12)   Für die künftige Auslastung der Seilbahn ist es auf jeden Fall kontraproduktiv, die Zubringer-Linien in und aus Cronenberg-Zentrum auszudünnen. Äußerst hilfsweise wäre zu überlegen, die 3 Linien 64,65 und 625 auf diesem Abschnitt zu einem 10-Min.-Takt zusammenzuführen, mit Bedienung aller Haltestellen (Kein CE mehr) und zugleich deutlicher Beschleunigung.

13)   Aufgrund der nicht gesicherten Anschlussqualität (s.o.) in Richtung Cronenberg Mitte halten wir die Verlängerung der Seilbahn nach Cronenberg Mitte für umso dringlicher.

14)   Ausdünnungen auf Linien ohne Seilbahn-Bezug (z.B. 623 !!!) sind erst umsetzbar, wenn alternativ ergänzende neue Formen der Quartierserschließung (z.B. autonom fahrende Kleinbusse) gleichzeitig zur Verfügung stehen.

15)   Eine Ausdünnung der Linie 623 sollte auch nur bei Umsetzung des Projektes „S-Bahn-Haltepunkt Arrenberg“ zugelassen werden.

Zu den von den Gegnern darüber hinaus beanstandeten Punkten  ist folgendes auszuführen:

16)   Die Annahme einer Abschreibungszeit von 50 Jahren für einzelne Anlagenteile ist hinreichend begründet. (Aktuell wird die Zugspitzbahn nach 56 (!) Betriebsjahren erneuert.) Für die laufende Unterhaltung der Anlage ist ein Betrag von 680.000.-€ in die Berechnung eingestellt.

17)   Die Zahl der Besuchstage an der Universität ist mit 250 Werktagen korrekt angenommen, da zunehmend auch in der vorlesungsfreien Zeit Veranstaltungen/Prüfungen stattfinden.

18)   Die von den Gegnern vermissten 20% Planungskosten (13.758 Mio.€ ) sind in der Gesamtsumme 82.701 Mio.€ enthalten.

19)   3 (statt 4 von SBFW geforderte) Stationsbedienstete sind ausreichend. Nur in der Mittelstation Uni kann in 2 Richtungen ein- und ausgestiegen werden. Dabei wäre aber die Relation Uni- SZ Süd  von der Fahrgastnachfrage her aber deutlich untergeordnet, so dass auch hier ein MA`ausreicht.

Wuppertal (und alle anderen natürlich auch):Das haben wir uns verdient!


Kommentare (1)

  1. FH am 06.04.2017
    Bitte bleibt an den Kürzungen dran, sehe es genauso wie ihr, dass z.B. Linien wie die 623 nichts mit der Seilbahn zu tun haben. Vielmehr sollte die Seilbahn den Startschuss für einen neuen Fokus auf mehr ÖPNV und anderer umweltfreundlicher Mobilitätsformen sein, sodass auch indirekte Einsparungen durch weniger Autoverkehr entstehen.

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