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Wer die Schwebebahn mag,
wird die Seilbahn lieben.

11.05.2017

Neue Transparente, alte Slogans, wer soll denn darauf noch reinfallen ?

Und wieder hängen "frische" Transparente in der Südstadt - mit den mittlerweile altbekannten Fake-News:

Sie können es eben nicht lassen: Immer noch werden mit scheinbar wissenschaftlichen Anspruch Zahlenwerke vorgetragen, die sich bei näherer Überprüfung als in höchstem Maße zweifelhaft bis völlig unzutreffend erweisen. Zur besseren Merkbarkeit werden diese zudem unter ein ein griffiges leicht merkbares Schlagwort  gestellt.  Zum Beispiel:

    Reisezeit: „Nur 1 Minute Reisezeitgewinn für die Studenten!“

Hierzu wird folgendes Zahlenwerk präsentiert:

Bus: Hinweg und Warten 2-3 Min, Fahrzeit 9 Min, zum Hörsaal 2-3 Min. = 13-14 Min.

Seilbahn: Hinweg und Warten 5 Min Fahrzeit 3 Min., zum Hörsaal 4 Min. = 12 Min.

Hierbei werden für den Bus verlängerte Wartezeiten aufgrund der Verkehrslage völlig ausgeblendet. Aber selbst nach Fahrplan sieht die tatsächliche aktuelle Reisezeit  dagegen  wie folgt aus :                                                                                                                                             Bus: Hinweg und Warten 2-3 Min, Fahrzeit 13 Min, zum Hörsaal 2-3 Min.= 17-18 Min.

Künftig ist zudem mit Inbetriebnahme des neuen ZOB Döppersberg und zahlreicher LSA-geregelten Kreuzungen eine Fahrzeitverlängerung von 2-3 Minuten pro Fahrtrichtung einzuplanen, wobei die Bahnhofstraße ohne Busspuren das voraussichtliche Nadelöhr darstellen wird, welches zu Staus und damit erheblichen weiteren Verspätungen führen kann. Es ist also künftig nur noch mit folgenden Fahrzeiten zu rechnen.

Bus: Hinweg und Warten 2-3 Min, Fahrzeit 15-16 Min, zum Hörsaal 2-3 Min.= 19-21 Min.

Die Gesamtfahrzeit mit der Seilbahn wird hingegen nur 7-8 Min. betragen:                 Hinweg und Warten 2 Min., Fahrzeit 3 Min., zum Hörsaal 2-3 Min.= 7-8 Min.

Erläuterung: Die Gegner legen einen zu langen Fußweg sowohl in der Station Hbf als auch an der Universität zugrunde: Die lange 5-Etagen-Treppe an der Universität  kann eingespart werden, indem der Fußweg gleich nach oben, also über die Station geführt wird. Zudem beträgt die mittlere Wartezeit   bei der Seilbahn  nur

16 Sek anstatt 2 Min.

 Cronenberg Rathaus – Wall: „50% verlängerte Reisezeit mit der Seilbahn“

Bus: CE 65: 18 Min. Seilbahn: Li. 625: 14 Min. Umsteigen 3 Min., Seilbahn 9/12 Min. Fußweg 5 Min. = 31/34 Min.

Hier wird gezielt eine Verbindung herausgesucht, die mit der Seilbahn ein zweimaliges Umsteigen oder einen längeren Fußweg erfordern würde, die Seilbahn wird aber unter den künftigen Verhältnissen auch diesen Reisezeitvergleich künftig für sich entscheiden:

Bus CE 65: derzeit 19 Min., bei Fahrt über den neuen ZOB künftig: 25 Min. Diese schnellere Linie verkehrt zudem seit Jahren nur noch in der HVZ. Man sollte also öfter mal selbst Bus fahren....

Ganztägig steht nur noch nur die Li. 625 zur Verfügung: Fahrzeit 27 Min, künftig mit Fahrt über den neuen ZOB: 33 Min.

Die Fahrt mit der Seilbahn  lässt sich dagegen wie folgt verkürzen: CE 64: 10 Min. Umsteigen 1 Min., Seilbahn 9 Min., Fußweg 5 Min.= 25 Min.

Erläuterung: Maßgeblich ist die Verbindung mit der schnellsten Linie CE 64, zudem könnte der Umstieg am Schulzentrum Süd zur Reduzierung der Umsteigezeit baulich auch ebenerdig ausgeführt werden,

 

2)    Platzangebot: „Weniger Platz für die Studenten

Platzangebot in der Zeit von 07.30 – 08.15 Uhr:  Li.603, 615, 625, 645: 1.350, E-Wagen 2.100 Plätze, zus: 3.450,  Seilbahn: 2.625

Dieser Vergleich unterschlägt das zusätzliche komplette Platzangebot der auch mit Seilbahn weiter verkehrenden Buslinien!

Tatsächliches Platzangebot:

Seilbahn (32-Pl-Kabinen): 2.880, + Li. 603, 625 (30-Min.-Takt): 450 Plätze, Li. 615 (20-Min.-Takt) 340 zus. 3.667 Plätze !

Erläuterung: Die Linie 615 ist eine Gemeinschaftslinie mit den Stadtwerken Remscheid, die nicht ohne Absprache mit der Stadt Remscheid ausgedünnt werden kann. Da sie in Remscheid gemeinsam mit der Linie 653 auf dem Hauptabschnitt nach Hasten ein 10-Min.-Taktangebot bildet, wird Remscheid einer Ausdünnung nicht zustimmen und zugleich auf der dicht getakteten Direktverbindung zur Universität bestehen.

3)    Energieeffizienz: „Die Seilbahn verbraucht mehr Energie als die Schwebebahn!“

Schon kurze Zeit nach Veröffentlichung der ersten Pläne vor 2 Jahren stellten die Gegner die Behauptung auf „Die Seilbahn verbraucht mehr Energie als der Busverkehr!“ . Gestützt wurde diese überraschende Behauptung auf eine Berechnungsgröße Kilowattstunde pro Personenkilometer (Kwh/Pkm). Diese Größe wäre aber nur zu ermitteln gewesen, wenn die Fahrgastzahlen und Reiseweiten bekannt gewesen wären. Da diese noch nicht ermittelt waren, war der Vergleich schon damals aus der Luft gegriffen. Mit der gleichen Methode wurde sogar ein Energieverbrauchs-Vergleich mit der Schwebebahn herbeikonstruiert, obwohl diese eine solche Steigungsstrecke überhaupt nicht befahren kann!

Tatsächlich hat man mit der Größe Kwh/Pkm bewusst diejenige von 4 infrage kommenden Berechnungsmethoden herangezogen, bei der eine Seilbahn am schlechtesten abschneidet.

Alternativ wären weitere Berechnungsmethoden zulässig:

1)     Kilowattstunde pro Platzkilometer: Diese Berechnungsgröße stellt nicht auf die (nicht bekannte) Reisendenzahl sondern auf die tatsächliche Beförderungskapazität der verglichenen Systeme ab. Hier hatten wir nachgewiesen, dass die Seilbahn nur 50% der Energie des vergleichbaren Busverkehrs verbraucht.

2)     Installierte Antriebsenergie: Hier wird der Unterschied am deutlichsten:

Antriebsleistung Seilbahn:                             = 1.300 Kw

Antriebsleistung Bus:                                     = 4.930 Kw

Antriebsleistung Schwebebahn:                    = 6.240 Kw

 

Erläuterung: Für den Busverkehr ist ebenfalls eine Kapazität von 3.500 Plätzen pro Stunde und Richtung zu unterstellen: Platzangebot Gelenkbus: 150 Pl. => stündlich  47 Fahrten, Umlaufzeit 20 Min. => 47/3 = 17 Busse, die gleichzeitig unterwegs sind. Leistung MB Citaro G: 290 Kw, => *17 = 4.930 Kw. Für die Schwebebahn gilt: 2-Min.-Takt, 26 Fz. gleichzeitig unterwegs x 240 Kw = 6.240 Kw:

3)     Kilowattstunde pro Fahrgast: Diese Berechnungsgröße wird im ÖPNV, d.h. Verkehr mit geringen Reiseweiten zunehmend bevorzugt. Wenn eine kürzere Direktverbindung (wie z.B. Seilbahn Koblenz mit nur 850 m Streckenlänge) hergestellt werden kann, ergibt ein Vergleich mit der 8 Km langen Busstrecke unter Einbeziehung der Streckenlänge (Personenkilometer) kein sinnvolles Ergebnis. Dies gilt im Prinzip auch für unsere Seilbahn, auch wenn hier die Streckenverkürzung geringer ausfällt.

Abschließend sei die Bemerkung gestattet, dass im Ergebnis der standardisierten Bewertung 2 unabhängige Verkehrsplanungsbüros dem Seilbahnprojekt sowohl hinsichtlich der Reisezeitgewinne wie auch in der Schadstoffemissionen (entspr. Primärenergieverbrauch) eindeutig einen positiven Effekt testiert haben.

Es ist schon zu hinterfragen, mit welcher Berechtigung und fachlichem Basiswissen die Seilbahngegner dieses und andere  Ergebnisse  immer noch anzweifeln.


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