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Wer die Schwebebahn mag,
wird die Seilbahn lieben.

29.05.2017

Besorgte Leser fragen: Wo steht die WZ in der Seilbahn-Diskussion?

Im Verlauf der Diskussion immer auffälliger wird die offensichtlich ablehnende Haltung unserer einzigen „überparteilichen“ Tageszeitung gegen unser Seilbahnprojekt. Fiel es schon bei früheren Berichten unangenehm auf, dass zu neueren Entwicklungen regelmäßig meistens nur die Gegner Stellung nehmen konnten, so hat die Redaktion nunmehr im Vorfeld des bevorstehenden Grundsatzbeschlusses offenbar eine verschärfte Gangart vorgegeben. So sind in der letzten Woche gleich zwei groß aufgemachte Berichte erschienen die in ihrer Tendenz kaum noch Zweifel aufkommen lassen. Zunächst wurde unter der Überschrift „Bahn kennt keinen Plan“ http://www.wz.de/lokales/wuppertal/talstation-bahn-kennt-keinen-plan-1.2442033

allen Ernstes behauptet, die seit nunmehr über 4 Jahren diskutierten Pläne seien der Bahn völlig unbekannt. Da hat mal ein Interview-Partner nicht Bescheid gewusst und schon ist das ganze wieder einen Riesen-Artikel wert.

Noch einen Schritt weiter ging der Bericht über Seilbahnprojekte in anderen Städten http://www.wz.de/lokales/wuppertal/seilbahn-die-abgehobene-loesung-1.2443926

wobei die Projekte schon in der Überschrift als „abgehoben“ abqualifiziert und ihnen z.T. sogar die Ernsthaftigkeit abgesprochen wird. Da die sattsam bekannten Gegenargumente gegen das Wuppertaler Projekt mittlerweile ausgetauscht bzw. entkräftet sind, werden die z.T. mehr und z.T. weniger aussichtsreichen Projekte in anderen Städten herangezogen, um das Verkehrsmittel urbane Seilbahn generell als vorübergehende Modeerscheinung erscheinen zu lassen.

Beispiel Essen:

Das Projekt einer Seilbahnverbindung nach Kray über die A40 war selbst uns bislang unbekannt. Vielleicht ist es in die Diskussion gekommen, weil zur Zeit tatsächlich diskutiert wird, die Spurbusstrecke aufzugeben und die Busse in den Dauerstau auf der A40 zu zwingen. Da wäre jede Seilbahnlösung doch klar vorzugswürdig. Und außerdem: was kann man an einer 6–streifigen Stadtautobahn städtebaulich verschandeln? Aus Kostengründen und im Fahrgastinteresse sagen aber natürlich auch wir: Besser die Spurbusstrecke behalten!

Beispiel Bochum:

Hier wird lediglich ausführlich ein städtischer Mitarbeiter mit einer ablehnenden Haltung zitiert. Die engagierte und symphatische Pro-Initiative „Die Stadtgestalter“ http://die-stadtgestalter.de/ wird zwar erwähnt, aber es wird kein Mitglied befragt, obwohl genügend Ansprechpartner(innen) zur Verfügung stünden. Vor allem hätte man bei einer näheren Beschäftigung mit den Bochumer Projekten erkennen können, dass die Stadtgestalter ihre Strecken entsprechend den aufgetretenen Kritikpunkten sorgfältig überarbeitet und im Sinne eines Anschlussverkehrsmittels zur Stadtbahn  angepasst haben. Auch die Überwindung von Höhenunterschieden ist nicht zwingende Notwendigkeit für die Sinnhaftigkeit einer Seilbahn. Nachfragestarke Zentren tun`s auch, und die Anschlusstrecke zum Kemnader See bietet auch den gewünschten Höhenunterschied.

 

Beispiel Berlin:

Hier hatte es im Vorfeld der IGA tatsächlich Widerstände gegen die Umgestaltung des Wuhletals gegeben: http://www.berliner-woche.de/marzahn/bauen/anwohnerinitiative-organisiert-im-internet-den-widerstand-d48392.html

Die WZ reduziert diesen früheren Widerstand jedoch auf das zugehörige Seilbahnprojekt und verschweigt, dass sich dieser nach Inbetriebnahme der Bahn ziemlich rasch in Luft aufgelöst hat, und Einheimische und Besucher restlos begeistert sind!

Beispiel Düsseldorf:

Das Düsseldorfer Projekt wird mit dem geringschätzigen Attribut „noch nicht tot“ versehen.

Die Konkurrenz weiss es anscheinend besser: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/ploetzlich-wollen-alle-die-seilbahn-aid-1.6296901

In einer Stadt, die zum Verbreitungsgebiet der WZ gehört hätte man sich durchaus bei den verschiedenen Ratsfraktionen, die das Projekt stützen, detaillierter informieren und darauf hinweisen können, dass das bisher ablehnende Gutachten nach einhelliger Auffassung überarbeitungsreif ist.

Beispiel Köln:

Die Kölner Rheinseilbahn hat ebenfalls eine neue, in dem Artikel natürlich verschwiegene Entwicklung erfahren. Im Deutzer Rheinpark wurde ein Freizeitbad an die Endstation der Seilbahn gebaut. Aus der Seilbahn kann man auf den Badebetrieb schauen – und keinen stört es! Nachdem die „Verletzung der Privatsphäre“ in den Äußerungen der Gegner – und damit auch in der WZ-Berichterstattung - breitesten Raum eingenommen hatte, wäre dies durchaus mal erwähnenswert gewesen. Man hätte ja nur mal bei der benachbarten Lokalredaktion nachfragen müssen: http://www.wz.de/lokales/burscheid-region/koln-leverkusen/koelner-rhein-seilbahn-nackte-tatsachen-in-luftiger-hoehe-1.1890895

Beispiel Koblenz:

Auch das allseits gelobte Vorbild Koblenz bekommt noch mal „einen mit“, indem die ursprünglichen Bedenken der Unseco (natürlich von höchster Autorität!) noch einmal ausgebreitet werden. Offen gesagt: Es ist nicht mehr damit zu rechnen, dass sich die Unesco dem Fortbestand der Anlage noch einmal entgegenstellen wird. Das Rheintal ist von so vielen breiten Verkehrsbändern durchzogen, dass es wenig glaubwürdig erscheint, ausgerechnet dem allerkleinsten System schädliche Auswirkungen für das Welterbe anzudichten.

Beispiel Siegen:

Nach dem Artikel wurde das Siegener Projekt angeblich schon „vor 5 Jahren beerdigt“. Tatsächlich betreiben Stadt und Universität ganz aktuell eine intensive Diskussion um die Neugestaltung der Innenstadt und die Anordnung der Campus-Gebäude. Ob hierbei auch eine Seilbahn eine sinnvolle Aufgabe übernehmen kann, hängt natürlich vom Ausgang dieser Diskussion und dem endgültigen Plan ab. https://www.uni-siegen.de/start/news/oeffentlichkeit/664591.html

Von einer Beerdigung des Projekts kann zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls keine Rede sein.

Beispiel Bonn:

Zu guter Letzt wird das Bonner Projekt, http://www.bonn.de/umwelt_gesundheit_planen_bauen_wohnen/stadtplanung/verkehrsplanung/17794/index.html?lang=de

vorsorglich gar nicht mehr erwähnt, obwohl es in der nunmehr vorgestellten etwas verkleinerten Version eine sehr gute Realisierungschance hat!

Man hat den Eindruck, dass die WZ hier noch nicht in der Verkehrszukunft angekommen ist.

 

Nachtrag:

Zu diesem Beitrag erreichte uns noch aus Bochum folgende Stellungnahme von Dr. Volker Steude von den "Stadtgestaltern":

" In diesem Beitrag behauptet der Leiter der Stadtplanung Bochum leider mehrfach Unsinn:
- In der Stadt Bochum wurde die Seilbahnidee bereits vorgeschlagen, da war sie in anderen Städten noch gar kein Thema.
- Je nachdem, wie die Seilbahn geführt wird müssen gar keine Häuser überfahren werden. Außerdem hat das Bochumer Anwaltsbüro die Rechtslage bereits dahingehend geklärt, dass das auch Überfahren möglich wäre.
-. Eine Seilbahn braucht keinen Berg oder ein Hindernis. Warum auch?
- Die beiden großen Seilbahnhersteller haben die technische Machbarkeit für die Bochumer Linien grundsätzlich bejaht.
- Die Finanzierung erfolgt in gleicher Weise wie bei Bus und Bahn. 90% kann durch Fördermittel finanziert werden.
In Bochum kann man die Seilbahn allerdings vergessen, wenn sich das Stadplanungsamt nicht die erforderliche Sachkenntnis verschafft. Die ist offensichtlich bisher noch nicht vorhanden.
Einerseits vorzugeben die Seilbahn ernsthaft zu prüfen, aber andererseits ggü. Medien unwahre Vorurteile in die Welt zu setzen, lässt leider nicht auf eine seriöse Vorgehensweise bei der Prüfung schließen."

 

 

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