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Wer die Schwebebahn mag,
wird die Seilbahn lieben.

01.11.2017

Neun Verbände fordern Bau. Seilbahn bis zum Ennert in Bonn bleibt die Vision

Bonn -

Die Befürworter der Seilbahn haben prominente Unterstützer gewonnen. An der Vorstellung des neuen Flyers nahmen Bundestagsmitglied Ulrich Kelber (SPD) und die Landtagsabgeordnete Franziska Müller-Rech (FDP) teil. Beide sprachen sich für das Millionenprojekt aus.

Johannes Frech, Sprecher der neun Verbände von ADFC über BUND bis NABU, die das Vorhaben innerhalb der kommenden drei Jahre umgesetzt sehen wollen, brachte die Anwesenden auf den aktuellen Stand.

Der Bonner Planungsausschuss beschloss am 10. Oktober, eine Kosten-Nutzen-Analyse in Auftrag zu geben, nachdem vier Monate zuvor eine Machbarkeitsstudie positiv ausgefallen war.

Täglich 130.000 Pendler

Die Zeitspanne zum nächsten Schritt behagt Frech überhaupt nicht: „Wir befinden uns immer noch in der Vorplanungsphase, das Verfahren wird sich weiter in die Länge ziehen.“

Das Resultat der Analyse erwartet er für Ende 2018, wie ihm Stadtbaurat Helmut Wiesner mitgeteilt habe. Um die Dringlichkeit des Projekts zu unterstreichen, zählte er noch einmal die Vorteile auf. In erster Linie setzen die Befürworter auf die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die Seilbahn würde die vorhandene Nord-Süd-Achse von Osten nach Westen kreuzen und somit Alternativen zum bisherigen Bus- und Bahntransfer mit sich bringen – und zum Pkw. –

Dabei dachte Frech an die 130 000 Pendler, die sich täglich durch den stauträchtigen Verkehr in der Bundesstadt quälen: „Unsere innovative Alternative ist kostengünstiger als der Bau neuer Straßen, die Staus nur verlagern würden.“ Eine Beispielrechnung nannte der Stadtverordnete Felix Kopinski von den Bonner Piraten. Für die Fahrt von Ramersdorf zum Venusberg benötigt er derzeit mit dem ÖPNV eine Dreiviertelstunde, die Seilbahn würde die Fahrt auf 15 Minuten verkürzen.

Ein Blick in die Zukunft durfte nicht fehlen. Die seit Jahrzehnten diskutierten Projekte Ennertaufstieg und Venusbergtunnel, deren Planungskosten Frech auf 100 Millionen Euro bezifferte, könnten endlich ad acta gelegt werden, wenn die Seilbahn eines Tages bis zum Ennert verlängert würde.

Müller-Rech bestätigte, dass die FDP-Fraktion den Bau befürworten wird, wenn die Kosten-Nutzen-Analyse positiv ausfällt, und erinnerte an die Landesmittel: „Es handelt sich um ein wunderbares Projekt zur Verkehrsentlastung, das auch wichtig für die Entwicklung im ehemaligen Regierungsviertel ist.“ Zudem sieht sie Chancen für die Seilbahn, zu einem Wahrzeichen zu reifen.

Frustration über bisherigen Verlauf der Planungen

Der Sozialdemokrat gab zu, frustriert über den bisherigen Verlauf der Planungen zu sein, da er keine Alternative sieht: „Die S 13 ist das einzige Projekt, das derzeit umgesetzt wird. Alles andere ist noch nicht spruchreif.“ Den Seilbahngegnern attestierte Kelber Fehler in den Berechnungen. In Bonn liege der tägliche CO2 -Verbrauch bei 123 Gramm pro Person.

Quelle: https://www.ksta.de/28743700 ©2017

Unser Kommentar:

Die aktuelle Machbarkeitsstudie für die Bonner Seilbahn verzichtet bislang auf die Rheinüberquerung nach Ramersdorf und zum Ennert. Die Option sollte aber auf jeden Fall offengehalten werden. Wenn man die Chance hat, 100 Mio.€ allein an Planungskosten für teure Straßeninfrastruktur einzusparen, dürfte die Kosten-Nutzen-Rechnung zumindest für den Verlängerungsabschnitt überhaupt kein Problem sein. Auch für die Betrachtung der Gesamtstrecke wäre ein solches Einsparpotential im Straßenbau ein erheblicher Nutzenfaktor, der ggfs. sogar dazu führt, dass die Kosten-Nutzen-Rechung der "Langstrecke" günstiger ausfallen kann als die der nur linksrheinischen Verbindung.

 


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