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Wer die Schwebebahn mag,
wird die Seilbahn lieben.

19.12.2017

Good News zum Fest?

Kurz vor dem Fest verkündet die WZ gleich 3 gute Nachrichten für die Entwicklung unserer Stadt: Vorwerk plant eine neue Hauptverwaltung, die Küpper-Gruppe wird das Stadion ausbauen, und die DB unterstützt das Seilbahnprojekt:

"Die Bahn AG will den Wuppertaler Stadtwerken Gebäude am Döppersberg verkaufen. Darunter auch das, welches für den Bau der Talstation für die Seilbahn zwischen Döppersberg und Küllenhahn benötigt wird. Das geht aus einem Schreiben der Bahn an die Stadt Wuppertal hervor. Demnach unterstützt die Bahn das Seilbahn-Projekt der Stadtwerke und will „die Voraussetzungen dafür schaffen, dass dieses realisiert werden kann“.

Gleichzeitig kündigt die im Bahnkonzern für die Bahnhöfe zuständige DB Station&Service AG an, den Wuppertaler Hauptbahnhof inklusive des historischen Empfangsgebäudes „aufgrund seiner Bedeutung nachhaltig“ entwickeln zu wollen. Das Haupt- und die Nebengebäude sollen verkauft werden. Die DB Station&Service AG plant, die Versorgung der Reisenden auf Flächen in den zu verkaufenden Gebäuden über ein Nutzungsrecht sicherzustellen. „Sollten die Verhandlungen mit der Stadt/WSW zu einem Verkauf des Gesamtareals ergebnislos verlaufen, wird DB Station&Services AG ein Investorenverfahren zur Entwicklung des Standortes durchführen“, heißt es in dem Brief weiter. Dem Schreiben war ein Gespräch von Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) mit dem Bahnvorstand und ehemaligen Vorstandsmitglied der Bundes-CDU, Roland Pofalla, vorausgegangen.

Bei den Wuppertaler Stadtwerken ist die jüngste Entwicklung mit Freude, aber ohne überschwängliche Euphorie aufgenommen worden. „Das ist eine sehr gute Nachricht“, sagte der für Bus und Bahn zuständige WSW-Vorstand Ulrich Jaeger. Dass die Seilbahn damit schon eine wichtige Hürde genommen habe, könne er aber nicht bestätigen. „Dazu sind noch viel zu viele Fragen offen. Wir sind dabei, alles zu prüfen“, sagte Jaeger. Die Wuppertaler Stadtwerke befänden sich in Gesprächen mit der Bahn. „Wir haben noch einige Hausaufgaben zu erledigen.“

http://www.wz.de/lokales/wuppertal/bahn-ag-unterstuetzt-das-seilbahn-projekt-der-wsw-1.2579686

Einen Tag später hört sich das alles aber schon völlig anders an:

"Nachdem die Stadt Wuppertal über Jahre von der Bahn AG ein Entwicklungskonzept für das historische Bahnhofsgebäude gefordert hatte, zieht sich die Bahn nun aus dem Projekt zurück und bietet das Haupt- und Nebengebäude zum Verkauf an. Laut einem Schreiben des NRW-Konzernbevollmächtigten Werner Lübberink an Oberbürgermeister Andreas Mucke beabsichtigt die Bahn, erste Gespräche über den Verkauf mit der Stadt und den Wuppertaler Stadtwerken zu führen. Das ist aus Sicht der Stadt ein schwacher Trost, denn bis zuletzt war man davon ausgegangen, dass die Bahn die Sanierung und Modernisierung der städtebaulich bedeutenden Immobilien selbst übernimmt.

Mehr als 300 Millionen Euro werden aus öffentlicher und privater Hand in den neuen Döppersberg investiert. Daher ging die Stadt bisher fest davon aus, dass die Bahn AG, die ein modernes Umfeld für ihren Hauptbahnhof erhält, ihren Teil der mündlichen Abmachungen – schriftliche Vereinbarungen zur Beteiligung am Umbau des Döppersbergs gibt es nicht – erfüllen würde. Doch diese Hoffnungen sind geplatzt. Während die Stadt für die aufwendige Sanierung der Fassade des Bahnhofsgebäudes aufkommen muss, ist zurzeit völlig offen, wer den großen Rest der Sanierung und Modernisierung übernimmt – und wann diese Arbeiten abgeschlossen sein werden.

„Die Stadt wird definitiv das Gebäude und die Nebengebäude nicht kaufen, weil wir uns das finanziell nicht leisten können und wir nicht über das Know-how bei der Umsetzung eines solchen Projektes verfügen. Ich finde es sehr bedauerlich, dass die Bahn das Gebäude nichts selbst entwickelt, während sie in andere Hauptbahnhöfe Milliarden investiert“, sagt Stadtdirektor Johannes Slawig.

Damit liegt der Ball im Feld der Wuppertaler Stadtwerke. Der städtischen Tochter hat die Bahn AG ebenfalls ein „Vorkaufsrecht“ eingeräumt. „Die Talstation ist ein zentraler Eckpfeiler des Seilbahnprojektes. Vor diesem Hintergrund ist die jetzt auch offiziell erklärte Bereitschaft der Bahn, das Gelände zur Verfügung zu stellen, ein ganz wesentlicher Meilenstein zur Realisierung dieses Zukunftsprojekts für Wuppertal und die WSW. Gewissermaßen ein kleines vorgezogenes Weihnachtsgeschenk der Bahn an Wuppertal“, sagt Andreas Feicht, Vorsitzender der Geschäftsführung der WSW.

Allerdings will die Bahn die Immobilien nur als ein Paket verkaufen, das auch das Empfangsgebäude beinhaltet, das mit hohem Aufwand entkernt und modernisiert werden muss. „Die WSW müssen die Wirtschaftlichkeit sehr sorgsam prüfen. Wir werden die WSW nicht dazu verpflichten, für uns Stadtentwicklung zu betreiben. Es muss sich rechnen“, sagt Kämmerer Slawig. „Wir gehen davon aus, dass wir im Frühjahr entscheidungsfähig sind, bei einem so zentralen Thema geht Genauigkeit vor Geschwindigkeit“, beschreibt Feicht den Zeitrahmen.

Sollten weder die Stadt noch die WSW ihre Optionen ziehen, wird die Bahn ein Investorenverfahren anschieben. Einer der Interessenten könnte die Clees-Gruppe sein, die in der benachbarten Bahndirektion das City Outlet Wuppertal baut. Sollte ein privater Investor zum Zuge kommen, wären die Seilbahnpläne von diesem Investor abhängig, der entscheiden müsste, ob eine Seilbahn in sein Konzept passt."

http://www.wz.de/lokales/wuppertal/die-bahn-laesst-in-wuppertal-lieber-andere-bauen-1.2580572

Unser Kommentar:

Die durchaus zügige Einigung auf politischer Ebene durch OB Mucke und DB-Vorstand  Pofalla stellt keine größere Überraschung dar. Nach wie vor besteht seitens "DB-Imm" ein hoher "Verwertungsdruck" zu Lasten von allen nicht unbedingt betriebsnotwendigen Immobilien, wozu sicher auch das Fundbüro gehört. Etwas befremdlich klingt dagegen die Absicht, auch das denkmalgeschützte Empfangsgebäude Gebäude "nachhaltig zu entwickeln". Durch unser Seilbahnprojekt werden hier offenbar bessere Vermarktungschancen gesehen. Von dem Vorhaben Fundbüro und Empfangsgebäude nur als "Paket" zu veräußern, sollte sich die Bahn aber schleunigst verabschieden. Für das Seilbahnprojekt werden nur die Gebäude und Grundstücke erworben, die für die Talstation benötigt werden! Die Bahn übersieht hier, dass auch ihre Grundstücke zugunsten eines planfestgestellten Seilbahnprojektes notfalls enteignet werden können !

Ein vorheriger Verkauf an einen privaten Investor hebt dieses Enteignungsrecht nicht auf. Der Fortgang des Seilbahn-Projektes hängt damit nicht von den aktuellen und künftigen Eigentumsverhältnissen ab, so dass auch ein neuer Erwerber die Seilbahn-Talstation am besten von vornherein mit einplanen sollte. U.E. sollte nunmehr die bauliche und technische Machbarkeit der Talstation abschließend geklärt, und sodann das Planfeststellungsverfahren endlich eingeleitet werden.

Die Eigentumsfragen können zeitlich parallel geklärt werden. Die Hoffnung der Gegner, dass ein zusätzlicher Erwerb des Empfangsgebäudes das Seilbahnprojekt weiter verteuern könnte, wird sich daher nicht erfüllen. Wenn sich kein Interessent hierfür findet, wird das Fundbüro entweder allein erworben oder enteignet.

 

 

 


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