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Wer die Schwebebahn mag,
wird die Seilbahn lieben.

26.02.2018

Seilbahn Ratingen: Und schon wieder der "Experte"

Es ist immer das gleiche: Kaum wird in unserer Gegend eine urbane Seilbahn projektiert, meldet sich der -immer gleiche- ziemlich fachfremde FH-Dozent mit angeblichem "Expertenwissen" zu Wort.

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/experte-bus-ist-besser-als-kabinenbahn-aid-1.7409497

Das Ergebnis ist ebenfalls immer das gleiche: Das Projekt wird abgelehnt und zwar aus einem regelmäßig wiederkehrenden Argumentationsschema mit den stets gleichen Defiziten:

1) Anzweifeln von möglichen Fahrgastzahlen:

Den Planern wird regelmäßig unterstellt, das Projekt schönzurechnen. Aus unserer Sicht sollte der Bedarf für das Ratinger Projekt ohne weiteres gegeben sein, eine Stadtbahnverbindung Lörick-Messe-Flughafen-Ratingen West befindet sich seit Jahren in der Ausbauplanung des Landes.

2) Angst vor davonlaufenden Baukosten schüren:

Tatsächlich sind die Baukosten einer Seilbahn dank Fertigteilmontage vergleichsweise gut kalkulierbar.

3) Unabsehbare rechtliche Risiken bei der Überquerung von Privatgrundstücken: Tatsächlich wird kaum eine urbane Seilbahnplanung bei uns ohne Inanspruchnahme des Luftraums über Privatgrundstücken auskommen. Rechtlich gesehen besteht jedoch u.E: kein Unterschied zwischen der Überquerung mit einer Seilbahn und einer Hochspannungsfreileitung oder U-Bahn, die zu dieser Frage beauftragten Rechtsgutachten haben bisher keine Anhaltspunkte für eine Unzulässigkeit einer solchen Linienführung erbracht.

4) Betriebskostensteigerung ohne Berücksichtigung von Einsparmöglichkeiten:

Bei den betrieblichen Mehrkosten wird regelmäßig ein Betrag im einstelligen Millionenbereich genannt, der z.T. von anderen Seilbahnen abgeleitet wird, die möglichen Einsparungen im Bussystem und Synergieeffekte durch Beauftragung eines vorhandenen Verkehrsunternehmens (Leitstelle, Betriebsleiter, Werkstatt) werden dagegen stets ausgeblendet.

5) Unzureichende Bedienungsqualität im Busverkehr:

Dieser Aspekt wird in der Argumentation komplett ignoriert, obwohl die unzureichende Betriebsqualität im Busverkehr in den meisten Fällen der eigentliche Auslöser für die Seilbahnplanungen ist. Selbst wenn mit einer Seilbahnfahrzeit von 16 Min. die planmäßige Fahrzeit der Li. 759 kaum unterboten wird, so kann die Seilbahnfahrzeit zu jeder Tageszeit verlässlich eingehalten werden, ein gerade für Fluggäste entscheidendes Kriterium für die Wahl des Zubringer-Verkehrsmittels.

6) Chancen und mögliche Zuwachsraten berücksichtigen:

Die behinderungsfreie Verbindung zum Flughafen-Bf. bietet nicht nur für den Schienen- Regional- und Fernverkehr die Chance, diesen Bf. als Hauptbahnhof für Ratingen zu nutzen, sondern es wird darüber hinaus auch der Flughafen nicht nur für den Luftverkehr, sondern auch als wachsender Arbeitsplatzstandort (Airport-City) bestens erschlossen. Bisherige Fahrzeitvergleiche beschränken sich auf die Verbindungen nach Düsseldorf bzw. Essen Hbf. Für Ein- und Auspendler zwischen Ratingen und Duisburg/Oberhausen - Niederrhein bietet die Verbindung über den Flughafenbahnhof dagegen deutliche Zeitvorteile.

7) Zeit- und Komfortverluste durch Umsteigen nicht überschätzen:

Der in der herkömmlichen Verkehrswissenschaft geltende Grundsatz, dass jeder Umsteigezwang regelmäßig 50% des Fahrgastpotentials kostet, gilt nicht für Umlauf-Seilbahnen deren Kabinen im 30-Sek.-Takt verkehren und damit so gut wie keine Wartezeiten. Dazu ist bei dem Ratinger Projekt die Zahl der Umsteigevorgänge mit und ohne Seilbahn gleich, wenn andernfalls noch eine Busfahrt zum Ostbahnhof hinzukommt.

Nachtrag: Die RP hat das Thema noch einmal aufgegriffen, sehr schöner Beitrag !

https://rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/tauziehen-um-seilbahn-in-ratingen-haelt-an_aid-19013689

 

 


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