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Wer die Schwebebahn mag,
wird die Seilbahn lieben.

13.02.2019

Ein starkes Signal: Warum Wuppertal eine Seilbahn gut tut

"Wuppertal befindet sich derzeit in einer besonderen Phase seiner Stadtgeschichte. Gegründet auf den kraftvollen industriellen und städtebaulichen Fundamenten des 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts und nach Jahrzehnten des ökonomischen Strukturwandels seit den 1970er-Jahren ist die Stadt in einer Aufbruchssituation: Nicht mehr die Erzählungen über letzte Ränge in Sozial- und Schuldenrankings bestimmen die Wahrnehmung, sondern weit überregional wirkende Projekte der Zukunftsgestaltung: von der Nordbahntrasse und die Utopiastadt über einen Aufbruch am Arrenberg bis zur Junioruniversität. Durch den neuen Döppersberg wird auch jedem auswärtigen Gast schnell klar, dass sich in der Stadt etwas tut.

 

Die tiefer liegenden Fundamentaldaten der Stadt sind dabei hervorragend: Rund 30 Zugminuten von den Zentren der boomenden Rheinland-Metropolen Köln und Düsseldorf entfernt, ausgestattet mit einer fantastischen (städte)baulichen Substanz, einer lebendigen kulturellen Szene sowie einem überragenden Naherholungswert wundert man sich manchmal schon fast, warum die Stadt überhaupt eine solch lang anhaltende Schwächephase erleben musste.

 

Externe Experten halten Wuppertal deswegen auch für eine der am stärksten unterbewertesten Städte Westdeutschlands. Mit Blick auf das Potenzial der Stadt fallen Formeln wie das „Leipzig des Westens“ oder „Mehr Wuppertal wagen“. Dabei hört man solche Einschätzungen selten in der Stadt selbst. Zu prägend scheint für viele die erlebte Niedergangserfahrung und verstellt den Blick auf die ungeheuren Entwicklungsmöglichkeiten Wuppertals in den kommenden Jahren und Jahrzehnten.

 

Genau in diese Phase fällt das Seilbahnprojekt. Über das Projekt wird zu einem Zeitpunkt entschieden, an dem Wuppertal an einer Wegscheide steht: Gelingt es die Aufbruchsstimmung der Stadt zu stabilisieren oder verbleibt die Stadt in einem Blockademodus, der ihr Wiedererstarken hemmt?

 

Die technologische Komplexität ist überschaubar

 

Der Seilbahn kommt hier eine hohe symbolische Bedeutung zu. Sie wäre ein weiteres starkes Signal, dass sich diese Stadt wieder etwas traut; dass sie anknüpft an eine Haltung, die das Wuppertal – damals noch mit den Kernstädten Elberfeld und Barmen – vor 150 Jahren schon einmal zur ökonomisch und gesellschaftlich dynamischsten Region in Deutschland gemacht hat.

 

Die Seilbahn ist für einen solchen Aufbruch geradezu ideal geeignet: Für ein Projekt solcher Ausstrahlung ist sie mit überschaubaren Kosten verbunden, für die zudem weitgehende externe Fördermöglichkeiten bestehen. Die technologische Komplexität ist überschaubar, die Akteure für die Umsetzung sind klar definiert.

Wertsteigerung für das gesamte Stadtgebiet

 Die langfristigen ökonomischen Chancen des Projektes sind erheblich: Denn nicht der Wertverlust einzelner Grundstücke unterhalb der Seilbahn ist für die Stadtökonomie relevant, sondern die Wertsteigerungen, der Kaufkraftgewinn und die Steuereinnahmen, die ein attraktives und aufstrebendes Wuppertal im gesamten Stadtgebiet ermöglicht, wenn es für immer mehr Menschen interessant wird, in dieser Stadt in ihrer Schlüssellage zwischen Köln, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet zu leben und sich hier mit Unternehmen, sozialem und kulturellem Engagement anzusiedeln.

 

Gleichzeitig gehen die langfristigen Risiken gegen Null: Kaum ein anderes Massentransportmittel ist so schnell abgebaut wie eine Seilbahn und ihre Masten – wenn zum Beispiel die Visionen einer Schwarmmobilität mit autonom fahrenden Fahrzeugen wirklich viel schneller greifen sollten als gedacht und eine Seilbahn irgendwann erübrigen. Die Schwebebahn zeigt indes, wie überlebensfähig Verkehrsmittel über viele Perioden der Mobilitätsentwicklung sein können.

 

Man kann nun über viele Details der Ausgestaltung des künftigen Busnetzes entlang der Seilbahn-Destination oder bestimmte Stellschrauben der Ökobilanz für das Projekt diskutieren. Diese Fragen und die in der aktuellen Diskussion vorgebrachten Argumente sind wichtig. Für alle diese Fragen lassen sich Lösungen finden. Bustaktungen lassen sich auch kurzfristig umgestalten und anpassen.

 

Die Chance auf ein Projekt dieser Dimension zur Stabilisierung des städtebaulichen Aufbruchs kommt dagegen nicht so schnell wieder.

 

Stadtrat und Verwaltung sind jetzt in der Lage, die Weichen dafür zu stellen. Die Erfahrungen mit dem Döppersberg-Projekt sollten Mut machen: Auch hier schienen die Widerstände gegen die jetzt realisierte Lösung lange Zeit übermächtig. Im Nachhinein finden sich wenige Wuppertalerinnen und Wuppertaler, die nicht stolz auf diesen äußerst gelungenen Döppersberg sind und dieses neue Zentrum Wuppertals ihren Gästen gerne präsentieren."


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