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Wer die Schwebebahn mag,
wird die Seilbahn lieben.

So kommt Wuppertal zur Seilbahn

Entwicklung des Projekts und aktueller Sachstand

Das Hauptgebäude der Universität Wuppertal wurde ab Ende der 1960er Jahre auf der hochgelegenen Freifläche „Am Osterberg“ als Campus außerhalb der Innenstadt errichtet. Im öffentlichen Nahverkehr wurde das Gebiet durch ein vollständiges geschlossenes Busspurennetz auf allen Zufahrtsstraßen erschlossen. Der Bus galt seinerzeit im Wuppertaler ÖPNV als das Verkehrsmittel der Zukunft, daher wurde ihm eine entsprechend aufwendige Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

Mit Anstieg der Studierendenzahlen in den 1980er Jahren wurde das Busspurennetz leider weitgehend zugunsten von Parkplätzen aufgegeben. Diese Entscheidung wurde trotz sprunghaft gestiegener ÖPNV-Nachfrage nach Einführung des Semestertickets bis heute nicht korrigiert und führt gemeinsam mit nicht angepassten Ampelschaltungen und ebenfalls fehlenden Busspuren im weiteren Streckenverlauf zu einer nicht mehr zeitgemäßen Betriebsqualität im Busverkehr von und zur Universität.

Seit etwa 10 Jahren werden weltweit mehr und mehr Seilbahnsysteme mit großem Erfolg im innerstädtischen ÖPNV eingesetzt. Die günstigen Bau- und Betriebskosten ermöglichen gerade auch ärmeren Ländern den Aufbau eines hochwertigen ÖPNV-Angebotes. Mit der Seilbahn Koblenz entstand zur Bundesgartenschau 2011 ein Referenzmodell, welches alle Vorteile eines urbanen Seilbahnsystems bietet und für einen Besuch wärmstens empfohlen wird. Informationen unter www.seilbahn-koblenz.de.

Im Jahr 2012 wurde in Nordrhein-Westfalen das ÖPNV-Gesetz geändert: Innerstädtische Seilbahnen sind nunmehr in den Katalog der förderfähigen Nahverkehrssysteme aufgenommen. Ab Ende 2012 gab es zeitgleich bei den Wuppertaler Stadtwerken (WSW), dem „Fachzentrum Verkehr“ der Universität und bei Pro Bahn erste Ausarbeitungen für eine innerstädtische Seilbahn, welche zunächst unabhängig voneinander zum gleichen Ergebnis führten: Die nachfragestarke Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Universität ist der geradezu klassische Anwendungsfall für eine urbane Seilbahn. Die Verlängerung zum Schulzentrum Süd ergibt ebenfalls einen hohen Verkehrsnutzen, wenn dort entsprechende Nachfrage gebündelt werden kann (Einstellung paralleler Busverkehre, Fahrradmitnahme, P+R-Platz, Fernbusbahnhof). Nähere Einzelheiten siehe Datenblatt.

Ein Jahr später wurde das Seilbahnprojekt von einer städtischen Auswahlkommission unter Vorsitz des Oberbürgermeisters als eines von 13 Schlüsselprojekten im Rahmen der Strategie „Wuppertal 2025“ benannt.

Die von den WSW beauftragte Machbarkeitsstudie liegt seit Mitte dieses Jahres als Vorstudie vor und bestätigt die grundsätzliche Realisierbarkeit der Seilbahn.

Die WSW haben daraufhin das Projekt in mehreren öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt, eine Umfeldanalyse erstellen lassen und ein Modell gebaut, welches an verschiedenen Orten in der Stadt ausgestellt und allgemein positiv bewertet wurde. Nach einem für März 2016 erwarteten Beschluss des Stadtrates zur Weiterplanung des Projekts ist noch eine weitere Bürgerbeteiligungsrunde vorgesehen, bevor ein weiterer Beschluss des Stadtrates den Einstieg in das Planfeststellungsverfahren ermöglichen soll.